Die Zukunft von Virtual Reality und 360 Grad Videos

VR-Brillen am Arbeitsplatz im Büro

Auf der größten Messe für Unterhaltungselektronik der CES vom 9. Januar bis 12. Januar gab es wieder viele Stände rund um das Thema Virtual Reality und 360 Grad Videos. Es gibt viele Missverständnisse um diese zwei Technologien und viele Menschen halten sie sogar für ein und dasselbe.

Während die Abgrenzung von Augmented Reality zur Virtual Reality auf der Hand liegt (Erstes nutzt die reale Welt und erweitert diese mit digitalen Inhalten, Zweites schafft eine ganz eigene digitale Welt), fällt dies bei VR und 360 Grad Videos schwerer. Im Folgenden will ich auf den Unterschied zwischen VR und 360 Grad Videos eingehen und das Potenzial dieser Technologien erläutern.

360 Grad Videos vs VR – wirklich so verschieden?

Spielst du ein 360 Grad Video ab, darfst du die Szenen in einem Film betrachten oder ein Urlaubs-Video ansehen. Der Unterschied zum normalen Video ist, dass du in alle Richtungen schauen und die gesamte Video-Umgebung wahrnehmen kannst. Es ist also möglich, zur Seite zu Blicken oder sich umzudrehen. Allerdings hast du keinerlei Option zur Interaktion mit der Umgebung oder kannst dich innerhalb des Videos vor- oder rückwärts bewegen.

360 Grad Videos sind weit verbreitet und es gibt sie bereits bei Facebook, Youtube oder auf Vimeo. Für das Abspielen reicht dein PC aus:

Mega Coaster: Get Ready for the Drop (360 Video)

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Wer intensiver in den Film eintauchen will, der besorgt sich eine VR-Brille und schaut mit ihr das 360 Grad Video an. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum viele 360 Grad mit VR verwechseln. Neben reinen 2D Videos gibt es auch schon 3 dimensionale Videos.

Die Virtual Reality hingegen ist kein Video, das abgespielt wird, sondern eine künstliche Welt, in der du dich bewegen kannst. Es ist möglich Objekte zu manipulieren, herumzulaufen und Interaktionen auszuführen. Dabei soll dir die VR das Gefühl vermitteln an einem ganz anderen Ort zu sein.

Mit der Virtual-Reality-Brille tauchst du tief in die digitale Welt ein.

Mit einer VR-Brille im Web surfen.

Um in die Virtual Reality einzutauchen, benötigst du eine VR-Brille, die dich komplett vom Umfeld abschottet. Außerdem gibt es Gadgets, wie die 3D-Maus, den Datenhandschuh und ein Laufband, die bei der Interaktion mit der digitalen Welt helfen. Diese arbeiten auch mit einem Force-Feedback-System. Das heißt, wenn du mit dem Datenhandschuh in der VR etwas berührst, wird beispielsweise durch Vibration dieses Gefühl an deine Hand übermittelt.

Wie weit sind die VR-Brillen entwickelt?

Im Jahr 1968 wurde eine der ersten VR-Brillen der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt mit dem Namen “Damokles Schwert” bestand aus einem großen brillenartigen Aufsatz, der viel zu schwer für einen Kopf war und deshalb mit einem Metallstab von der Decke gehalten werden musste. Der Aufsatz war mit einem Computer verbunden und war in der Lage erste Grafiken zu projezieren.

Von “Damokles Schwert” bis zum ersten Modell der Oculus Rift vergingen mehr als 40 Jahre. Palmer Luckey entwickelte ein Headset, das als weltweit erste VR-Brill über einen 90-Grad-Blickwinkel verfügte. Er entwickelte die Brille weiter und verbaute eine neue Display-Technologie, die den Durchbruch brachte. 2014 kaufte Facebook Oculus VR auf.

Eine Virtual-Reality-Brille von Oculus im Einsatz

VR-Brille von Oculus

Neben den Oculus Brillen gibt es das Google Cardboard Projekt, mit dem man ein Smartphone zu einer VR-Brille umfunktionieren kann, und die HTC Vive. Das Headset erlaubt es dem Nutzer, in einem begrenzten Raum umherzulaufen. Wenn er sich dabei einer Wand nähert, erkennt die Brille diese und zeigt dem Benutzer in der VR ebenfalls eine Wand an.

Welches Potenzial steckt hinter Virtual Reality und 360 Grad Videos?

Wer in Zukunft ein Haus baut, der kann sich vorher beim Architekten einen virtuellen Rundgang mit der VR-Brille vereinbaren. Dabei können Änderungen direkt im digitalen Haus vorgenommen und später in den Plan eingefügt werden. Zusätzlich kann die VR-Erfahrung mit einem 360-Grad-Video der Baustelle oder des Grundstückes ergänzt werden. Aber auch Maklerbüros profitieren von der Technik. Sie können Kunden einen virtuellen Rundgang durch die Immobilien anbieten, bevor man sich vor Ort trifft. Dieser kann auch von Zuhause aus durchgeführt werden.

Tipp für Trekkies: Wie wäre es mit einem virtuellen Rundgang im Filmset der Enterprise?

Auch die Tourismus-Branche wird von VR und 360 Grad Videos verändert. Nun ist es möglich im Reisebüro einen virtuellen Rundgang im gebuchten Hotel vorzunehmen oder sich einige der beliebtesten Ausflugsziele gleich im Büro anzusehen. Die Firma Scene There entwickelt auf diesem Feld einige interessante Projekte:

Wenn du eingebettete Videos auf Monoware ansehen möchtest werden personenbezogene Daten an Youtube gesendet. Youtube kann diese Daten speichern und zur Analyse deines Verhaltens verwenden. Erfahre mehr darüber, wie Youtube deine Daten verwendet in unserer Datenschutzerklärung.

Für Musik-Fans, die zu weit weg von den Tourzielen der Lieblings-Band wohnen, könnten virtuelle Konzertbesuche von zu Hause aus per 360-Grad-Live-Stream oder später als 360-Grad-Video zu einer echten alternative werden.

Ein weiteres großes Einsatzgebiet ist der Bildungssektor. Es ist wesentlich anschaulicher, wenn man in Geografie einen anderen Kontinent behandelt, wenn dieser per VR-Brille direkt besucht werden kann. Aber auch eine Reise zum Mond ist mit VR möglich. Physikalische Gesetze, chemische Bindungen und Geometrie lassen sich leichter veranschaulichen, wenn sie durch eine Virtual Reality dargestellt werden.

Natürlich steht die Gaming-Erfahrung mit VR-Brillen im Vordergrund vieler Projekte. Deshalb gehören Sony, Nintendo und Valve zu den führenden Unternehmen auf diesem Gebiet. Die Spielerfahrung ist wesentlich intensiver, wenn man wirklich umherläuft, Objekte greifen und sich im Spiel umsehen kann. Stell dir beispielsweise vor in Need for Speed durch die Straßen einer real wirkenden Stadt zu fahren.

Fazit

Es gibt zwar einen Unterschied zwischen VR und 360 Grad Videos, aber die Übergänge sind fließend und selbst bei Youtube und Wikipedia werden beide Technologien parallel behandelt. Die Technologie wird die Tourismus-Branche um ein nützliches Tool erweitern und Architekten helfen ihre Ideen zu visualisieren. Da viele finanzstarke Unternehmen seit 2010 damit begonnen haben in die Entwicklung der Virtual Reality zu investieren, sollten erste Projekte für die breite Masse nicht mehr zu lange auf sich warten lassen.

 

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