Mit gebrauchten Office Lizenzen Softwarekosten einsparen

Mit gebrauchten Office Lizenzen Softwarekosten einsparen

2012 fällte der Europäische Gerichtshof eine weitreichende Entscheidung über den Weiterverkauf von Softwarelizenzen. Er hob die bestehende rechtliche Grauzone auf und erklärte den Verkauf von Software, wie gebrauchten Office Lizenzen, als legal, da sich die Rechte der Hersteller nach dem Erstverkauf erschöpfen. Der Markt für gebrauchte Softwarelizenzen wird von Experten allein in Deutschland auf bis zu 350 Millionen Euro geschätzt. Zu den Kunden gehören vor allem mittelständische Unternehmen, öffentliche Auftraggeber oder Freelancer, deren Budget eng bemessen ist. Denn sie erhalten mit dem Kauf von zum Beispiel einer Microsoft OEM Lizenz eine neuwertige Software und sparen dabei bis zu 50 Prozent des Neupreises ein.

Was ist gebrauchte Software?

Als „gebraucht“ wird eine Software bezeichnet, wenn sie vom Hersteller an einen Erstkunden verkauft wurde und dieser sie weiter veräußert. Dabei erwirbt der neue Besitzer der Lizenz alle Nutzungsrechte und auch vorhandene Updaterechte. Zudem muss der Vorbesitzer die Software auf seinen Systemen vollständig entfernen. Nicht übertragen wird das Wartungsrecht für die Software. Da dies eine Dienstleistung ist gilt hier nicht der Erschöpfungsgrundsatz und somit bleibt das Wartungsrecht beim Erstkunden. Möchte der neue Besitzer zusätzlich zum Reparatur- und Update-Service auch eine Wartung, muss er diese mit dem Hersteller aushandeln.

Erstkunden verkaufen gebrauchte Softwarelizenzen aus unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel kann es sein, dass sich das Unternehmen entschieden hat ein neues System zu verwenden oder seine Bereiche umstrukturiert. Überflüssige Lizenzen entstehen auch beim Abbau von Stellen oder der Fusionierung von Firmen. Im Insolvenzfall kann durch den Verkauf bestehender Softwarelizenzen zur Liquidation beigetragen werden. Oft passiert es, dass sich im Laufe der Jahre ungenutzte Lizenzen ansammeln. Diese treten bei Vorbereitungen zu Software-Audits zutage und werden anschließend weiterverkauft, um Einsparungen zu erzielen.

Vorteile von gebrauchten Office Lizenzen

Neben den Einsparungen von 20% bis 50% zum Neupreis liegt ein Vorteil von Second Hand Software klar auf der Hand – sie verschleißt nicht. Der Kunde erhält eine neuwertige Software inklusive des Updaterechts. Durch die Aufspaltung von Office Volumenlizenzen können diese einzeln weiterverkauft werden. So kann ein Unternehmen günstig seine vorhandenen Softwarelizenzen aufstocken. Zudem sind oft ältere Versionen in Nutzung, diese können leicht mit gebrauchter Software ergänzt werden, ohne das auf eine neue Version umgestellt werden muss.

Vorsicht bei extrem günstigen Angeboten

Auf einigen Webseiten, wie eBay oder Amazon, werden äußerst preiswerte gebrauchte Office Lizenzen angeboten. Es kann passieren, dass es sich dabei um sogenannte „China-Keys“ handelt und diese kurze Zeit später von Microsoft deaktiviert werden. Hier ist also Vorsicht angebracht und ein Blick auf die Bewertung zu werfen, da Microsoft keine Möglichkeit zur Überprüfung der Keys anbietet.

Gerichtsbeschluss zum Verkauf von Volumenlizenzen

Verkauf von Volumenlizenzen

Gebrauchte Office Volumenlizenzen für kleine IT-Budgets

MS Office ist aus dem Büroalltag nicht mehr wegzudenken. 1989 zum ersten Mal für den Mac veröffentlicht, haben sich die hilfreichen Programme von Microsoft im Laufe der Jahre zu einem Standard im Büro entwickelt. Das liegt nicht nur an der einfachen Bedienung, sondern auch an dem umfangreichen Paket. Neben einem Schreibprogramm, einer Tabellenkalkulation und der im Management so wichtigen PowerPoint-Präsentation, beinhaltet Office auch Outlook, eines der beliebtesten Programme für die Verwaltung von E-Mails.

Durch den umfassenden Support und ständige Weiterentwicklungen ist der Preis für die effizienten Tools hoch. Da fast alle Unternehmen mit Office arbeiten, stellt das besonders für kleine Unternehmen und Freelancer eine Herausforderung dar. Mit dem Gerichtsentscheid vom EuGH am 3. Juli 2012 gibt es nun die passende Lösung für kleine Budgets. Dieser erklärte den Weiterverkauf von gebrauchten Office Lizenzen für legal. Hinzu kommt die „Usedsoft-III-Entscheidung“ vom BGH, die das Splitting von Office Volumenlizenzen erlaubt. Dadurch können ungenutzte Einzelplatzlizenzen an Dritte veräußert werden. Das entlastet das IT-Budget auf beiden Seiten.

Was ist eine Office Volumenlizenz?

Eine Microsoft Office Volumenlizenz umfasst fünf oder mehr MS Office Einzelplatzlizenzen, die gebündelt dem Käufer zur Verfügung gestellt werden. Deshalb werden diese oft von Unternehmen gekauft, die mehrere Arbeitsplätze mit MS Office ausstatten wollen. Die Software wird dabei per Download zur Verfügung gestellt, was den Preis reduziert. Je nach Unternehmensgröße und Branche werden andere Service-Pakete als Zusatz angeboten.

Abhängig von der Version umfasst die Lizenz unterschiedliche Komponenten, die sich aus den folgenden Produkten zusammensetzen.

Word Publisher
Excel OneNote
PowerPoint InfoPath
Outlook Lync
Access

Wieso ist Office eine gute Bürosoftware?

MS Office überzeugt so viele Unternehmen und Nutzer, weil es einfach zu bedienen und schlicht intuitiv ist. Innerhalb weniger Klicks können selbst Anfänger professionelle Ergebnisse erzeugen. Die zahlreichen Schulungsangebote ermöglichen zudem das Personal auf dem neuesten Stand zu halten und alle notwendigen Kniffe beizubringen. Durch die unzähligen Vorlagen in Word oder PowerPoint ist binnen kürzester Zeit ein seriöses Dokument erstellt, das Kunden präsentiert werden kann.

Da Office von fast überall verwendet wird, fällt der Dateiaustausch zudem leicht. Ohne Formatierungsverluste können wichtige Dokumente von einem Unternehmen zum anderen weitergereicht werden. Das spart Zeit und Kosten. Dabei hilft auch die Kompatibilität der einzelnen Komponenten. So kann eine in Excel erstellte Tabelle spielend leicht in Word für eine Executive Summary eingefügt werden. Fortgeschrittene können durch die integrierte VB-Entwicklunsumgebung eigene kleine Makros schreiben, die das Erstellen von Berichten oder Rechnungen automatisieren. VB kommt besonders beim Umgang mit Excel zum Einsatz und bietet hier tief gehende Möglichkeiten, sodass Excel selbst im wissenschaftlichen Bereich eingesetzt wird.

Da Office nicht nur aus einem Programm besteht, sondern ein geschnürtes Paket aus zahlreichen nützlichen Tools ist, gibt es zudem für alle Anwendungsbereich eine Lösung. Hier ist besonders das E-Mail Programm Outlook zu erwähnen. Es gibt Unternehmen, die eine Office Lizenz ausschließlich wegen diesem effizienten und sehr umfangreichen E-Mail-Clients erwerben. Neben dem übersichtlichen Verwalten von Mails, bietet der Client das automatische Versenden von Mails, Abwesenheitsbenachrichtigungen, eine hervorragende Kalenderfunktion und vieles mehr an.

Microsoft bietet einen umfangreichen Support für seine Programme. Es werden regelmäßig Updates veröffentlicht, neue Versionen entwickelt und es gibt zahlreiche Anlaufstellen für die Problemlösung. Zudem ist Office auch auf mobilen Geräten verfügbar, was dem Einsatz von Tablets und Smartphones für mobiles Arbeiten zugutekommt. Nun kann es passieren, dass im Unternehmen durch Umstrukturierungen oder Arbeitsplatzabbau nicht mehr die volle Nutzerzahl der Office Volumenlizenz eingesetzt wird. Um hier die aufgewendeten Softwarekosten wieder zurückzuführen, ist es nun möglich, diese an Dritte weiterzugeben.

Vorteile von gebrauchten Office Lizenzen

Software verschleißt nicht. Wer eine gebrauchte Office Lizenz kauft, der erhält ein neuwertiges Produkt, dass zudem von Updates und dem Microsoft Support profitiert. Dabei können bis zu 50 % des Neupreises eingespart werden. Für Unternehmen, die bereits mit Office arbeiten, ergibt sich zudem ein weiterer Vorteil. Es kann passieren, dass neue Lizenzen hinzugefügt werden müssen aber Microsoft die vorhandene Office-Version nicht mehr unterstützt. Um die Migration auf eine neuere Office Volumenlizenz und die einhergehenden Schulungs- und Softwarekosten zu vermeiden, kann auf gebrauchte Office Lizenzen zurückgegriffen werden. Diese gibt es in allen Versionen. So kann ein einheitlicher Stand im Unternehmen sichergestellt werden.

Privatpersonen, die gerne zu Hause mit Office arbeiten möchten, profitieren vom geringen Preis der gebrauchten Versionen. Da MS Office Kenntnisse bei vielen Berufen vorausgesetzt wird, eröffnet sich außerdem eine kostengünstige Alternative zum Lernen und Trainieren. Besonders Freelancer haben ein sehr geringes Budget. Wenn hier zu hohe Kosten für Software entstehen bedeutet das schnell das Aus für die Selbstständigen. Gesplittete Office Volumenlizenzen sind hier eine echte Lösung. Auch öffentliche Behörden sind dazu angehalten sich die Angebote der Gebrauchthändler vorlegen zu lassen, da Microsoft den vollen Support für die Software garantiert und zusätzliche Wartungsverträge ohne Probleme abgeschlossen werden können. Das hat die Vergabekammer Münster am 01.03.2016 entschieden.

Aufnahme vom Europäische Gerichtshof in Luxenburg

Neuer Markt für gebrauchte Softwarelizenzen entsteht

Neuer Markt für gebrauchte Office Lizenzen entsteht

Rund um den Verkauf gebrauchter Electronic Software Delivery Lizenzen (ESD Lizenzen) und Original Equipment Manufacturer Lizenzen (OEM Lizenzen) haben sich einige Vorurteile gebildet. So glauben viele, dass der Handel mit gebrauchten Office Lizenzen nicht legal sei oder der Support mit Updates erlischt. Besondere Aufmerksamkeit bekam das Thema als Oracle den Online-Shop UsedSoft verklagte, der gebrauchte ESD-Lizenzen des Softwareriesen veräußerte. Oracle pochte auf sein nicht abtretbares Nutzungsrecht im Lizenzvertrag. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied am 3. Juli 2012 jedoch für UsedSoft, erklärte den Weiterverkauf für legal und festigte dadurch den Markt für gebrauchte Software.

Was sind Microsoft OEM Lizenzen und welche Bedeutung hat ESD?

ESD Lizenzen werden über einen Server als Download zur Verfügung gestellt. Sie sollen also vom Käufer selbstständig heruntergeladen und aktiviert werden. Das heißt, es gibt keine CD oder DVD für dieses Programm. Dadurch ist die Software sofort verfügbar und es muss nicht auf eine Lieferung per Post gewartet werden. OEM-Versionen hingegen wurden für Komplettsysteme vom Softwarehersteller an den PC-Hersteller übertragen, um eine vorinstallierte Software zur Verfügung zu stellen. Deshalb sind sie normalerweise nicht im Einzelhandel erhältlich, dürfen aber auch so weiterverkauft werden. Ein weiterer Lizenztyp sind z.B. Microsoft Office Volumenlizenzen. Diese bündeln fünf und mehr Einzellizenzen zu einem Paket und können nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes auch getrennt weiterverkauft werden.

Wegweisende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs

Bereits 2007 begann der Rechtsstreit zwischen Oracle und UsedSoft. Der Softwarehersteller verklagte den Online-Shop vor dem Landesgericht München, weil dieser gebrauchte Lizenzen von ausschließlich per Download verfügbarer Software (ESD-Lizenzen) weiterverkaufte. Laut Oracle wäre dies unzulässig, da kein Datenträger geliefert wird und so der Erschöpfungsgrundsatz, welcher zum Beispiel beim Weiterverkauf von CDs oder Büchern greift, nicht eintritt. Das Landesgericht und das Oberlandesgericht in München gaben der Klage statt und UsedSoft legte Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Dieser überreichte die Fragen an den Europäischen Gerichtshof, der 2012 schließlich ein Urteil fällte.

Demnach verliert der Softwarehersteller sein ausschließliches Recht zur Verbreitung von Softwarelizenzen, wenn er diese verkauft. Obwohl in den meisten Lizenzverträgen steht, dass diese nicht abtretbar seien, hat der EuGH mit seiner Entscheidung diese Klausel für nichtig erklärt. Nun können Unternehmen zum Beispiel ihre gebrauchten Office Lizenzen veräußern, wenn sie auf ein anderes System umsteigen oder diese nicht weiter benötigen. Zusätzlich zum Programm müssen die Softwarehersteller auch Updates für die gebrauchten Lizenzen zur Verfügung stellen.

Office Volumenlizenzen – der Kampf geht weiter!

Nach dieser richtungsweisenden Entscheidung konnten die Gebrauchthändler einen weiteren Sieg verbuchen. Am 11.09.2014 gab der BGH in seiner Usedsoft-III-Entscheidung bekannt, dass auch die Aufspaltung von Office Volumenlizenzen zulässig sei. Dadurch kann eine gebrauchte Volumenlizenz aufgeteilt und an unterschiedliche Kunden weiterverkauft werden. Dies betrifft nicht die Lizenzen von Oracle, da der Hersteller Client-Server-Lizenzen vertreibt. Hier könnten ggf. mehr als die vereinbarten Nutzer die Software verwenden, was unzulässig ist. Deshalb dürfen diese Lizenzen nur im Komplettpaket veräußert werden.

Ein Entschluss der Vergabekammer Münster vom 01.03.2016 hat zudem den Markt für gebrauchte Office Lizenzen gestärkt. Darin entschied die Kammer, dass bei öffentlichen Ausschreibungen nicht das Vorhandensein von Neulizenzen gefordert werden darf. Hintergrund war die Ausschreibung einer Kreisbehörde für Office-Software. Diese hatte gefordert, dass ausschließlich Neulizenzen angeboten werden dürfen, was zum Ausschluss von Händlern mit gebrauchten Office Lizenzen führte. Diese initiierten ein Nachprüfverfahren vor der Vergabekammer, die den Ausschluss für rechtswidrig erklärte. Dadurch können sich nun auch Antragssteller, die gebrauchte Softwarelizenzen vertreiben bewerben.

Gebrauchte Office Lizenzen für den Weiterverkauf freigegeben

Mit seinem Rechtsspruch hat der EuGH einen Meilenstein für die Anerkennung von gebrauchten Office Lizenzen, Microsoft OEM Lizenzen und Office Volumenlizenzen gesetzt. Dadurch ermöglicht er Unternehmen nicht mehr benötigte Lizenzen zu veräußern oder diese bei Insolvenzverfahren zu liquidieren. So wird es kleinen Unternehmen erleichtert an Office Volumenlizenzen zu gelangen, die die Arbeitseffizienz wesentlich steigern. Auch Freelancer erhalten damit eine Möglichkeit, ihre Aufträge mit legalen Softwarelizenzen zu erfüllen. Dabei verlieren die Käufer nicht den Anspruch auf Updates und bekommen ein zum Neukauf gleichwertiges Programm. Durch ihren niedrigen Preis sind die gebrauchten Softwarelizenzen deshalb auch für Privatpersonen eine erschwingliche Lösung.